Ferienhaus
Villa von Häven

Butjadingen und die Region



Mehr als Urlaub: Was Butjadingen für die Region bedeutet
Oktober 2026
[Foto 01: Titelbild – Schafe auf dem Deich, dahinter die Containerbrücken von Bremerhaven]
Wer zum ersten Mal nach Butjadingen kommt, erlebt vor allem eines: Ruhe. Weite Wiesen, ein langer Deich, ein paar Schafe und viel Himmel. Gut 6.000 Menschen leben in der Gemeinde. Und doch spielt die kleine Halbinsel zwischen Jade und Weser für den Landkreis Wesermarsch und die ganze Küstenregion eine erstaunlich große Rolle. Beim Blick vom Deich bei Blexen wird das sichtbar: Vorne grasen Schafe, auf der anderen Weserseite stehen die Containerbrücken und Kreuzfahrtschiffe von Bremerhaven.
Nachdem wir Ihnen in unserem ersten Beitrag die Geschichte Butjadingens erzählt haben, geht es heute um die Gegenwart: Wovon lebt die Halbinsel, und warum ist sie für die Region so wichtig?
Urlaubsziel mit über einer Million Übernachtungen
Der Tourismus ist neben der Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftszweig Butjadingens. Und die Zahlen sind beachtlich: 2024 zählte die Tourismus-Service Butjadingen rund 234.700 Gäste und über 1,2 Millionen Übernachtungen. Im Schnitt bleiben die Gäste gut fünf Tage.
Die meisten Übernachtungen entfallen auf das Nordseebad Tossens (rund 580.000), gleich danach kommen Burhave und Fedderwardersiel mit zusammen gut 450.000. Viele Gäste reisen aus dem südlichen Niedersachsen und aus Nordrhein-Westfalen an, für Menschen aus Oldenburg und Bremen ist die Küste ein naher Ausflugs- und Erholungsort.
Davon leben nicht nur Ferienhäuser, Hotels und Campingplätze. Auch Bäckereien, Restaurants, Fischbuden, Fahrradverleihe, Handwerksbetriebe und Hofläden profitieren von den Gästen. Mit Ihrem Urlaub bei uns unterstützen Sie also ganz direkt die Menschen, die hier leben.
[Foto 02: Promenade am Deich in Fedderwardersiel mit der roten Tonne]
Die Marsch: Grünland, Kühe und Milch
Sobald man den Deich verlässt, beginnt das Reich der Landwirtschaft. Der schwere, fruchtbare Marschboden eignet sich besonders gut für Wiesen und Weiden. Im Landkreis Wesermarsch sind rund 87 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche Grünland.
Darauf weiden vor allem Kühe. Nach Angaben des Kreislandvolkverbands hielten 2016 rund 500 Milchviehbetriebe im Landkreis zusammen über 54.000 Milchkühe. Jedes Jahr kommen so etwa 392 Millionen Kilogramm Milch zusammen, die an mehrere Molkereien gehen. Die Wesermarsch gehört damit zu den wichtigen Milchregionen in Niedersachsen, und Butjadingen mit seinen weiten Weiden ist ein Teil davon.
Für Sie als Gast bedeutet das: Das typische Bild aus Gräben, Weiden und verstreuten Höfen ist keine Kulisse, sondern eine Landschaft, in der gearbeitet wird. Bitte lassen Sie Weidetore deshalb immer so, wie Sie sie vorgefunden haben.
[Foto 03: Marschlandschaft mit Graben, Schilf und Weiden]
Schafe als Deichpfleger
Ohne Deich gäbe es Butjadingen in seiner heutigen Form nicht. Wie schwer der Kampf gegen das Meer früher war, haben wir im ersten Beitrag beschrieben. Heute schützt der Deich nicht nur die Menschen auf der Halbinsel, sondern auch Höfe, Straßen und Ortschaften dahinter.
Einen wichtigen Teil der Arbeit erledigen dabei die Schafe. Sie halten das Gras kurz und treten mit ihren Hufen den Boden fest. So bleibt die Grasnarbe dicht, und der Deich übersteht Sturmfluten besser. In der Wesermarsch waren 2015 rund 17.000 Schafe und Ziegen gemeldet. Im Frühjahr, wenn die Lämmer auf dem Deich herumspringen, ist das eines der schönsten Fotomotive der Halbinsel.
[Foto 04: Schafe mit Lämmern auf dem Deich]
Krabbenkutter und Hafenleben in Fedderwardersiel
Wirtschaftlich spielt die Fischerei in Butjadingen heute nur noch eine kleine Rolle. Für das Lebensgefühl an der Küste ist sie aber unersetzlich. Im Kutterhafen von Fedderwardersiel, nur wenige Minuten von unserem Haus entfernt, liegen die Krabbenkutter, und von hier startet auch das Ausflugsschiff WEGA II zu Fahrten ins Wattenmeer.
Rund um den Hafen ist von April bis Oktober viel los: Sonntags um 11 Uhr gibt es maritime Hafenkonzerte, und jedes Jahr lockt die Krabbenkutter-Regatta viele Besucher an. Und natürlich gehört zu einem Besuch ein frisches Krabbenbrötchen.
[Foto 05: Kutterhafen Fedderwardersiel]
[Foto 06: Krabbenbrötchen am Hafen]
Weltnaturerbe vor der Haustür
Das Wattenmeer vor Butjadingen gehört zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und ist seit 2009 UNESCO-Weltnaturerbe. Millionen Zugvögel machen hier jedes Jahr Rast, um Kraft für ihre lange Reise zu tanken. Für die ganze Region ist das ein Schatz: Natur, die es so nur hier gibt, und gleichzeitig ein wichtiger Grund, warum Gäste an die Küste kommen.
In Fedderwardersiel erklärt das Museum Nationalparkhaus das Leben im Watt und an der Küste. Und bei Stollhamm gibt es seit 1978 die Umweltstation Iffens, in der vor allem Kinder und Schulklassen Natur erleben können.
[Foto 07: Wattenmeer bei Niedrigwasser]
Langwarder Groden: Wo das Meer zurückkommen darf
Ein besonders spannendes Beispiel dafür, wie eng Butjadingen mit der Region verbunden ist, ist der Langwarder Groden. Als in Wilhelmshaven der Tiefwasserhafen JadeWeserPort gebaut wurde, musste dafür an anderer Stelle Natur ausgeglichen werden. Deshalb wurde 2014 bei Langwarden ein alter Sommerdeich auf rund 900 Metern geöffnet. Seit dem 8. September 2014 fließt das Wasser mit Ebbe und Flut wieder in den Polder, und es entsteht nach und nach eine neue Salzwiese.
Heute führt ein Bohlenweg hinaus ins Watt, ein Rundweg von etwa fünf Kilometern mit Infotafeln erklärt, was hier passiert. Mit etwas Glück sehen Sie von hier sogar Seehunde auf einer Sandbank.
[Foto 08: Bohlenweg im Langwarder Groden]
Zwischen zwei Welthäfen
Butjadingen liegt genau zwischen zwei großen Häfen: im Westen, auf der anderen Seite des Jadebusens, Wilhelmshaven mit dem JadeWeserPort, im Osten, auf der anderen Weserseite, Bremerhaven mit seinen Container- und Kreuzfahrtterminals. Bei klarer Sicht sehen Sie die großen Schiffe vom Deich aus vorbeiziehen.
Auch die Verkehrswege verbinden die Halbinsel mit der Region: Die Weserfähre fährt von Nordenham nach Bremerhaven, und im Sommer bringt Sie eine Fähre von Eckwarderhörne über den Jadebusen nach Wilhelmshaven. Der Ausflug lohnt sich: Ein Tag im Klimahaus oder im Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven lässt sich gut mit einem Urlaub in Butjadingen verbinden.
Während in Nordenham und an der Unterweser Industrie und Häfen den Ton angeben, ist Butjadingen der ruhige Gegenpol: Hier erholen sich Gäste und Einheimische aus der ganzen Region.
Kultur mit Tradition
Auch kulturell hat die Halbinsel einiges zu bieten. Seit 1986 finden jedes Jahr die GEZEITEN Kunst- und Kulturwochen statt. Zwischen Burhave und Fedderwardersiel können Sie auf der Kunstpromenade Skulpturen entdecken.
Und eine kleine Kuriosität zum Schluss: In der St.-Laurentius-Kirche in Langwarden steht eine Orgel von 1650, die älteste Butjadingens. Der Mathematiker Carl Friedrich Gauß war 1825 in Langwarden, um das Land zu vermessen. Die hoch gelegene Kirche diente ihm dabei als Messpunkt. Deshalb ist Langwarden auf dem letzten 10-D-Mark-Schein im Vermessungsnetz eingezeichnet. Vielleicht haben Sie ja noch einen in der Schublade?
Unser Fazit
Butjadingen ist klein, aber für die Region von großer Bedeutung: als Urlaubsziel mit über einer Million Übernachtungen, als Milch- und Weideland, als Schutzwall gegen die Nordsee und als Tor zum Weltnaturerbe Wattenmeer. Wer hier Urlaub macht, erlebt all das ganz nah.
Unser Ferienhaus Villa von Häven liegt mitten in Burhave. Von hier sind Sie in wenigen Minuten am Deich, am Kutterhafen in Fedderwardersiel und auf dem Weg in den Langwarder Groden. Wir freuen uns, wenn Sie Butjadingen bei uns selbst entdecken.
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